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Musizierendes Schäferpaar vor Obelisk

Modell von Peter Anton Seefried, Nymphenburg 1763–1767,
nach einem Modell von Franz Anton Bustelli um 1756.
Ausformung und Staffierung Nymphenburg, um 1770
Höhe 23,6 cm

Rautenschild mit Drehernummer „43“ im Sockel (verweist auf eine Entstehung um 1770), ebenso beim Rothschild-Exemplar. Zweites Rautenschild dekorativ auf der Spitze der Pyramide

Provenienz

  • Bustelli-Sammlung aus Bayerischem Adelsbesitz
  • Dr. Julius Kaumheimer Collection.
  • Viele Jahre ausgestellt im Museo Provinciale del Castello del Buonconsiglio (Ziffer 1991 Nr. 42).
  • Nach der Restitution an die Familie Kaumheimer bei Christie’s versteigert (8.12.2003, Nr. 61).

Publiziert in Weltkunst Nr. 20/1990 (Alfred Ziffer: „‘Liebesgruppen’ von Franz Anton Bustelli“, S. 3340–3343, hier S. 3342, Abb. 5).

Die Rocaillen sind in Blau und Gold akzentuiert. Die musizierende Schäferin entspricht der Figur aus der Gruppe „Der Gestörte Schläfer“.

Diese sehr seltene Gruppe basiert auf einem Modell von Franz Anton Bustelli um 1756, das Peter Anton Seefried zwischen 1763 und 1767 überarbeitete. Ein unbemaltes Exemplar aus der Sammlung Rüttgers, München, wurde im Vorwort des Versteigerungskatalogs (Hugo Helbing, München, 28.–29.10.1927, S. 4 u. Nr. 93, Taf. VI; bearbeitet von Dr. Armin Hausladen) als Unikat hervorgehoben. Diese weiße Gruppe gelangte später ebenfalls in die Sammlung Kaumheimer und wurde 2003 zusammen mit unserem Exemplar bei Christie’s versteigert (8.12.2003, Nr. 62). Hofmann (Nymphenburg III, S. 405, Abb. 329, Text S. 503) beschreibt es als „posthume“ Version einer Bustelli-Gruppe. Der Christie’s-Katalog vermerkt: „This group modelled after Bustelli with modifications by Peter Anton Seefried“.

Neben dieser weißen Gruppe ist nur noch ein bemaltes Exemplar aus der Sammlung Baron Edmond de Rothschild II bekannt (anonyme Auktion, Christie’s, 17.10.1977, Nr. 215).

Die Gruppe ist das Gegenstück zu dem Bustelli Modell "Der gestörte Schläfer", das sich ebenfalls in unserem Besitz befindet (siehe nachfolgende Abb.). Beide sind in Bemalung, Komposition und Markierung exakt aufeinander abgestimmt. Die identische Drehernummer „43“ bestätigt, dass es sich um den äußerst seltenen Fall eines original zusammengehörigen Paares handelt.

Ein weiteres original zusammengehöriges Paar dieser beiden Gruppen konnten wir nicht nachweisen.

Literatur

Eikelmann, Renate (Hrsg.): Franz Anton Bustelli: Nymphenburger Porzellanfiguren des Rokoko., München 2004

Hofmann, Friedrich H.: Geschichte der bayerischen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. 3 Bände., Leipzig 1921–1923

Ziffer, Alfred: Le porcellane. (Kaumheimer Collection), Museo Provinciale d'Arte 1991.

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