Grüßender Harlekin
Meissen Modell von Johann Joachim Kaendler, um 1740; zeitnahe Ausformung und Staffierung / Höhe: 15,7 cm / Formnummer: 632
Provenienz: Ehemals Antique Porcelain Company New York, 1960er Jahre
Meissen Modell von Johann Joachim Kaendler, um 1740; zeitnahe Ausformung und Staffierung / Höhe: 15,7 cm / Formnummer: 632
Provenienz: Ehemals Antique Porcelain Company New York, 1960er Jahre
Der grüßende Harlekin gehört zur berühmten Gruppe der „10 großen Harlekine Kaendlers“ (Ausstellung Katalog Krakau Nr. 51; Chilton Nr. 78), die Kaendler zwischen 1738 und 1742 schuf (Chilton, S. 189, Nr. 77, Abb. 199, S. 126), und die seinen Ruhm als einen der bedeutendsten Modellierer des 18. Jahrhunderts mit begründet hat.
Meredith Chilton hebt in ihrem grundlegenden Werk Harlequin Unmasked (S. 189, letzter Absatz) besonders die expressive und monumentale Präsenz unserer Figur hervor und stellt fest, dass Kaendler seine grafische Vorlage weit übertraf.
Vorbild und Inspiration
Kaendler ließ sich von einem der frühesten Watteau-Gemälde inspirieren – dem heute verlorenen „Départ des Comédiens Italiens“ von 1697, das von Louis Jacob gestochen wurde (vgl. DAcier/Vuaflart IV Nr. 184; Menzhausen, S. 60, siehe nachfolgende Abb. Ausschnitt aus dem Stich).

Chilton (a.a.O.) vermutet zudem, dass Kaendler die Pose des sich verbeugenden Harlekins aus eigener Anschauung von Dresdner Aufführungen her kannte. Sie deutet darauf hin, dass diese Haltung Teil einer choreografischen Bühnentradition war.
Taxa (Rafael in Keramos 203-204/2009):
Staffierung
Die Staffierung unseres Harlekins ist von hervorragender Qualität. Das kräftige, satte Gelb der Spielkartenjacke weist auf eine frühe Bemalung unmittelbar nach der Schöpfung des Modells hin.
Vergleichsstücke