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Zwei sehr seltene Terrinen in Form von Kohlköpfen

Fayencemanufaktur Straßburg
Paul Hannong um 1750
Ø 33,7 und 36,8 cm
H. 21 und 25 cm

Beschreibung


Die Terrinen stammen aus der Blütezeit der Straßburger Manufaktur, die die Produktion der bewährten Schaugerichte in scharfer Konkurrenz zu Höchst um 1748 erfolgreich aufgenommen hatte (Bastian 1986, S. 101). Wichtiger Impulsgeber war der in diesem Jahr eingetretene Modelleur Johann Wilhelm Lanz, dem auch ohne dokumentarischen Beleg diese Trompe-l'œil zugewiesen werden (Bastian a.a.O.; Klein, S. 231).

Die Kohlkopfterrinen waren Bestandteil fürstlicher Jagdservice. Bekannt ist das große Service für die Markgräfin von Baden, das sich bis heute in Schloss Favorite bei Rastatt befindet. Ebenso das Clemenswerther Jagdservice des Kurfürsten Clemens August von Köln, zu dem – wie das „Protocollum Inventarisationis“ vom Februar 1761 ausweist – ehemals zwei „Kapsköpfe“ gehörten (Ausstellungskatalog Clemenswerth, S. 475). Angesichts der Seltenheit, insbesondere von zwei Gegenstücken, ist anzunehmen, dass dies die unseren sein könnten.

Zur zeitlichen Einordnung des Clemenswerther-Services hat E. Wagner anhand einer „spann ordre“ Clemens Augusts nachweisen können, dass das Service bereits zu der kurfürstlichen Herbstjagd 1751 in Clemenswerth verwendet wurde (Ausstellungskatalog 1987, S. 475). Da die PH-Marke erst Ende 1754 eingeführt wurde (Bastian 2002, Bd. II, S. 248), bleiben die frühen Terrinen dementsprechend ungemarkt.

Clemens August hat darüber hinaus auch für Schloss Augustusburg ein weiteres Fayence-Service in Auftrag gegeben, zu dem ebenfalls zwei „boutouilles“ in Form eines „Kapeshaupt“ (Riss im Himmel Bd. VI. S. 430) gehörten. 

Die Maße der großen Terrinen variieren und sind immer unterschiedlich, sowohl in der Höhe als auch im Durchmesser. D.h. sie wurden nicht aus einer Form heraus geschaffen sondern individuell geformt.

Zu den großen Kohlkopfterrinen ebenso wie zu den Salatköpfen und großen Tierterrinen gab es in Straßburg keine Untersätze. Die kleinere Form der Kohlkopfterrinen (Höhe 17 cm) hatte dagegen einen Untersatz (Ausstellungskatalog 1987 Nr. 276.15). Große Kohlkopfterrinen sind sehr selten, zwei Exemplare hiervon  sind außerhalb von Schloss Favorite nicht bekannt.

    Literatur


    Zehdner, Frank Günther u. Schäfke Werner (Hrsg.): Der Riss im Himmel. Clemens August und seine Epoche.. DuMont Köln 2000

    Klein, Adalbert: Deutsche Fayencen. Braunschweig, 1975

    Bastian, Jacques: Strasbourg, faïences et porcelaines 1721-1784. 2 Volumes. 2002

    Bildergalerie


    Straßburg Kohlkopf Terrine
    Straßburg Kohlkopf Terrine
    Straßburg Kohlkopf Terrine
    • Beschreibung

      Die Terrinen stammen aus der Blütezeit der Straßburger Manufaktur, die die Produktion der bewährten Schaugerichte in scharfer Konkurrenz zu Höchst um 1748 erfolgreich aufgenommen hatte (Bastian 1986, S. 101). Wichtiger Impulsgeber war der in diesem Jahr eingetretene Modelleur Johann Wilhelm Lanz, dem auch ohne dokumentarischen Beleg diese Trompe-l'œil zugewiesen werden (Bastian a.a.O.; Klein, S. 231).

      Die Kohlkopfterrinen waren Bestandteil fürstlicher Jagdservice. Bekannt ist das große Service für die Markgräfin von Baden, das sich bis heute in Schloss Favorite bei Rastatt befindet. Ebenso das Clemenswerther Jagdservice des Kurfürsten Clemens August von Köln, zu dem – wie das „Protocollum Inventarisationis“ vom Februar 1761 ausweist – ehemals zwei „Kapsköpfe“ gehörten (Ausstellungskatalog Clemenswerth, S. 475). Angesichts der Seltenheit, insbesondere von zwei Gegenstücken, ist anzunehmen, dass dies die unseren sein könnten.

      Zur zeitlichen Einordnung des Clemenswerther-Services hat E. Wagner anhand einer „spann ordre“ Clemens Augusts nachweisen können, dass das Service bereits zu der kurfürstlichen Herbstjagd 1751 in Clemenswerth verwendet wurde (Ausstellungskatalog 1987, S. 475). Da die PH-Marke erst Ende 1754 eingeführt wurde (Bastian 2002, Bd. II, S. 248), bleiben die frühen Terrinen dementsprechend ungemarkt.

      Clemens August hat darüber hinaus auch für Schloss Augustusburg ein weiteres Fayence-Service in Auftrag gegeben, zu dem ebenfalls zwei „boutouilles“ in Form eines „Kapeshaupt“ (Riss im Himmel Bd. VI. S. 430) gehörten. 

      Die Maße der großen Terrinen variieren und sind immer unterschiedlich, sowohl in der Höhe als auch im Durchmesser. D.h. sie wurden nicht aus einer Form heraus geschaffen sondern individuell geformt.

      Zu den großen Kohlkopfterrinen ebenso wie zu den Salatköpfen und großen Tierterrinen gab es in Straßburg keine Untersätze. Die kleinere Form der Kohlkopfterrinen (Höhe 17 cm) hatte dagegen einen Untersatz (Ausstellungskatalog 1987 Nr. 276.15). Große Kohlkopfterrinen sind sehr selten, zwei Exemplare hiervon  sind außerhalb von Schloss Favorite nicht bekannt.

      • Literatur

        Zehdner, Frank Günther u. Schäfke Werner (Hrsg.): Der Riss im Himmel. Clemens August und seine Epoche.. DuMont Köln 2000

        Klein, Adalbert: Deutsche Fayencen. Braunschweig, 1975

        Bastian, Jacques: Strasbourg, faïences et porcelaines 1721-1784. 2 Volumes. 2002

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