MENU

Oettner Tasse mit Unterschale

Bemalt mit Theaterszenen von Andreas Philip Oettner
Höchst 1763 – 66
Tasse: H. 6,4 cm, Ø 7,1 cm / sechsspeichige eisenrote Radmarke / Ohne Kurhut und ohne Nabe Ritzzeichen „NI“ oder „IN“ (wie bei Slg. Stout)
Untertasse: Ø 13 cm, H. 3,1 cm / sechsspeichige eisenrote Radmarke / ohne Kurhut und ohne Nabe Ritzzeichen „K1“ (wie bei Slg. Stout)

Beschreibung


Andreas Philip Oettner hat in Höchst zwei engst verwandte, aber doch unterschiedliche Kaffee- und Teeservice geschaffen. Das eine zeigt Figurenstaffagen aus dem osmanischen Reich, wenn auch mit chinesischem Einschlag, das andere chinesische mit türkischem Einschlag.

Die großformatigen Figuren wirken wie Theaterszenen; die Bildkomposition gleicht dem Aufbau einer „Bühnenrampe“ (Reber S. 13). Die Vorliebe Oettners für das Theater- und Komödiantenleben ist bekannt. 1756, nach seiner Nymphenburger Zeit, schloss er sich einer Theaterbande an, bis er 1759  wieder in Frankenthal auftauchte (Reber ebd.).

Beide Service zeigen die typische Handschrift Oettners. Bei beiden ist der Bildaufbau, die Qualität der Malerei, die Farben, die Bildhintergründe gleich, ebenso wie das kräftige Rocaille-Ornament, welches das Bild nach unten hin abschließt. Hier liegt auch der Unterschied zwischen beiden Servicen. Bei dem Theater-Service à la turquoise ist zwischen den Rocaillen und der Figurenstaffage eine gradlinige, gold/dunkelbraun eingefasste Konsole eingezogen. Unterhalb des Goldrandes hat Oettner bei diesem Service eine feine ornamentale Goldbordüre als weiter schmückendes Element angebracht. Bei diesem Service ist insgesamt der Gebrauch des Goldes umfangreicher und bildbestimmender.

Das Theaterservice à la turquoise
Unsere Kaffeetasse mit Untesrschale stammt aus diesem Service. Es sind nur wenige Teile bekannt. Der Hauptbestand kommt aus der Sammlung Blohm und ist von dort en bloc in die Sammlung Stout, Memphis gegangen:

  • 1 Kaffeekanne mit Deckel
  • 1 Teekanne mit Deckel
  • 4 Kaffeetassen mit Unterschalen

6 Serviceteile = Slg. Otto Blohm, Nr. 172 und Farbtafel 50

= The Blohm Collection (Sotheby’s II, 24.04.1961, Nr 388, T. XX)
= Nevada Stevens Stout Collection (Nr. 288, S. 296)

  • 1 runde Teedose (Röder / Oppenheim, Nr. 649, T. 113 D; der Besitzer war Sigmund Oppenheimer, Mainz)
  • 1 Teetasse mit Unterschale (Keramos 63 / 1974, S. 20 Abb. 15)
  • 1 (unsere) Kaffeetasse mit Unterschale (ehemals in der von Siegfried Ducret betreuten Schweizer Privatsammlung, wohl bei Reber erwähnt, a.a.O. S. 20)

9 Serviceteile

 

Datierung
Die Datierung ist durch die Dauer des Höchster Aufenthalts von Oettner vorgegeben. Oettner ist von 1763 bis 1766 in Höchst nachweisbar (Ducret, S. 283).

 

Literatur


Reber, Horst: Der Porzellanmaler Andreas Philip Oetner. in Keramos 63/1974, S. 11 – 46

Reber, Horst und Ohlig, Stefanie Felicitas: Höchster Fayencen und Porzellane: Stiftung und Sammlung Kurt Bechtold. Mainz 2002

Baron Döry, Ludwig: Höchster Porzellan aus der Sammlung des Historischen Museums Frankfurt am Main. Ausstellungskatalog Frankfurt 1963

Ducret, Siegfried: Deutsches Porzellan und deutsche Fayencen. Fribourg 1974

Schmidt, Robert: Frühwerke Europäischer Porzellanmanufakturen, Sammlung Otto Blohm. München 1953

Nelson, Christina / Roberts, Letitia: History of 18th-Century German Porcelain: The Warda Stevens Stout Collection. Memphis 2013

Oppenheim, Michel u. Röder, Kurt: Das Höchster Porzellan auf der Jahrtausend-Ausstellung in Mainz 1925. Mainz 1930

Bildergalerie


  • Beschreibung

    Andreas Philip Oettner hat in Höchst zwei engst verwandte, aber doch unterschiedliche Kaffee- und Teeservice geschaffen. Das eine zeigt Figurenstaffagen aus dem osmanischen Reich, wenn auch mit chinesischem Einschlag, das andere chinesische mit türkischem Einschlag.

    Die großformatigen Figuren wirken wie Theaterszenen; die Bildkomposition gleicht dem Aufbau einer „Bühnenrampe“ (Reber S. 13). Die Vorliebe Oettners für das Theater- und Komödiantenleben ist bekannt. 1756, nach seiner Nymphenburger Zeit, schloss er sich einer Theaterbande an, bis er 1759  wieder in Frankenthal auftauchte (Reber ebd.).

    Beide Service zeigen die typische Handschrift Oettners. Bei beiden ist der Bildaufbau, die Qualität der Malerei, die Farben, die Bildhintergründe gleich, ebenso wie das kräftige Rocaille-Ornament, welches das Bild nach unten hin abschließt. Hier liegt auch der Unterschied zwischen beiden Servicen. Bei dem Theater-Service à la turquoise ist zwischen den Rocaillen und der Figurenstaffage eine gradlinige, gold/dunkelbraun eingefasste Konsole eingezogen. Unterhalb des Goldrandes hat Oettner bei diesem Service eine feine ornamentale Goldbordüre als weiter schmückendes Element angebracht. Bei diesem Service ist insgesamt der Gebrauch des Goldes umfangreicher und bildbestimmender.

    Das Theaterservice à la turquoise
    Unsere Kaffeetasse mit Untesrschale stammt aus diesem Service. Es sind nur wenige Teile bekannt. Der Hauptbestand kommt aus der Sammlung Blohm und ist von dort en bloc in die Sammlung Stout, Memphis gegangen:

    • 1 Kaffeekanne mit Deckel
    • 1 Teekanne mit Deckel
    • 4 Kaffeetassen mit Unterschalen

    6 Serviceteile = Slg. Otto Blohm, Nr. 172 und Farbtafel 50

    = The Blohm Collection (Sotheby’s II, 24.04.1961, Nr 388, T. XX)
    = Nevada Stevens Stout Collection (Nr. 288, S. 296)

    • 1 runde Teedose (Röder / Oppenheim, Nr. 649, T. 113 D; der Besitzer war Sigmund Oppenheimer, Mainz)
    • 1 Teetasse mit Unterschale (Keramos 63 / 1974, S. 20 Abb. 15)
    • 1 (unsere) Kaffeetasse mit Unterschale (ehemals in der von Siegfried Ducret betreuten Schweizer Privatsammlung, wohl bei Reber erwähnt, a.a.O. S. 20)

    9 Serviceteile

     

    Datierung
    Die Datierung ist durch die Dauer des Höchster Aufenthalts von Oettner vorgegeben. Oettner ist von 1763 bis 1766 in Höchst nachweisbar (Ducret, S. 283).

     

  • Literatur

    Reber, Horst: Der Porzellanmaler Andreas Philip Oetner. in Keramos 63/1974, S. 11 – 46

    Reber, Horst und Ohlig, Stefanie Felicitas: Höchster Fayencen und Porzellane: Stiftung und Sammlung Kurt Bechtold. Mainz 2002

    Baron Döry, Ludwig: Höchster Porzellan aus der Sammlung des Historischen Museums Frankfurt am Main. Ausstellungskatalog Frankfurt 1963

    Ducret, Siegfried: Deutsches Porzellan und deutsche Fayencen. Fribourg 1974

    Schmidt, Robert: Frühwerke Europäischer Porzellanmanufakturen, Sammlung Otto Blohm. München 1953

    Nelson, Christina / Roberts, Letitia: History of 18th-Century German Porcelain: The Warda Stevens Stout Collection. Memphis 2013

    Oppenheim, Michel u. Röder, Kurt: Das Höchster Porzellan auf der Jahrtausend-Ausstellung in Mainz 1925. Mainz 1930

  • Bildergalerie
  • Preisanfrage